Managerhandbuch Philippinen

Wirtschaftsstandort - Potentiale des Landes









Marktchancen in drei Bereichen:
Produktion, Konsumgüter, Dienstleistungen

Dr. Günther Matschuk


Die Philippinen sind für deutsche Unternehmen meist ein Nischenmarkt, in dem es nach solider Marktanalyse, mit den passenden Produkten und einem geeigneten Geschäftsmodell noch immer mittel- bis langfristig gute Erfolge einzufahren gibt. Im Interview spricht Dr. Günther Matschuck über Marktchancen auf den Philippinen. Er hat als ehemaliger Generalvertreter von Siemens auf den Philippinen fast 30 Jahre Erfahrung in dem Land gesammelt. Heute ist Matschuck erfolgreich im Vertrieb von Maschinen und Anlagen namhafter deutscher Hersteller.


Dr. Matschuck, in welchen Bereichen sollten sich ausländische Investoren oder Handeltreibende auf den Philippinen engagieren?

Zuerst wären da die Philippinen als Produktionsstandort zu sehen. Aber es muss sich um ein Produkt handeln, für das man schon über Marktkenntnis verfügt und lediglich eine gute Produktionswerkstatt braucht. Dann ist es auch einfach, von den Philippinen aus mit diesem Produkt andere Länder in Asien zu erobern. Die Philippinen liegen für die Märkte Südostasiens aber auch für China strategisch günstig.


Haben Sie noch mehr Branchentipps, auf Grund derer die Philippinen eine nähere Betrachtung lohnen?

Ja, der Konsumgüterbereich, egal ob Food oder Non-Food bietet Chancen, wenn man sich auf ihn einstellen kann.


Was bedeutet das im Einzelnen?

Wir haben mit den Philippinen und ihren rund 86 Millionen Einwohnern auf den ersten Blick einen großen Absatzmarkt vor Augen. Man muss sich aber darauf einstellen, dass 50 Prozent der Bevölkerung Geringverdiener sind oder in Armut leben. Etwa acht Millionen Overseas Workers, die nach unserem Verständnis als die Mittelschicht gelten könnten, arbeiten im Ausland, überweisen aber Geld in die Heimat – rund 15 Milliarden US-$ im Jahr. Gleichzeitig ist die Gesellschaft sehr jung und besteht zu großen Teilen aus jungen Menschen, die über noch gar kein Einkommen verfügen können. Es ist daher nötig, sich auf diesen Markt und seine Gegebenheiten einzustellen. Man muss einfach weg von der Ein-Liter-Shampoo-Flasche hin zu kleinen Sachets. Die Deutschen sind dafür nur leider nicht flexibel genug. Dabei sind die Filipinos sehr markenbewusst, gerade wenn es um die Körperpflege geht. Alle Nivea-Produkte werden hier aber aus anderen ASEAN-Ländern importiert.


Angenommen es gibt sie noch, die risikobereiten Deutschen – in welcher Branche könnten sie Anknüpfungspunkte finden?

Der Service-Sektor bietet noch ein weites Betätigungsfeld – von der Finanzberatung bis hin zur Security. Auch die Beratungsleistung, die das Ausland für die Philippinen erbringen kann, ist sehr wertvoll. Ich denke da zum Beispiel an den Bausektor, an professionelles Facility Management oder die Wasserwirtschaft. Ein Bahnbetreiber aus Deutschland könnte sich doch auch des maroden Bahnnetzes von LRT und MRT, das durch Manila führt, annehmen. Die Sicherheit und Effizienz würde dadurch erhöht – zwei Dinge nach denen Deutsche immer streben und deren Know-how sie ins Ausland exportieren sollten. Die ingenuity der Filipinos steht für all diese Vorhaben zur Verfügung. Ihr Potential muss nur richtig genutzt werden.



Das vollständige Interview mit Dr. Matschuck und mehr über das Marktpotential der Philippinen lesen Sie im    » Managerhandbuch Philippinen



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